Donnerstag, 5. November 2009

Esel Herman wird zur Werbefigur für Wetzlar

Der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe, der Fotopionier Oskar Barnack und Wolfram Dette als der einzige liberale Oberbürgermeisters Hessens sind Namen, die man mit Wetzlar verbindet. Doch sie alle bekommen Konkurrenz durch einen orangefarbenen Esel Namens Herman. Nicht nur die Zahl seiner Fans steigt stetig, auch die ersten Werbeprodukte mit Esel-Herman-Motiv tauchen in der Stadt auf.

Ist ein lebensgroßer orangefarbener Kunststoffesel vor einem Café in der Wetzlarer Altstadt Kunst, ist es Werbung oder wiehert hier der Amtsschimmel? Mit dieser Frage befassen sich neben dem Esel-Herrchen Jens Hoffmann mehrere Abteilungen der Stadtverwaltung und der Denkmalschutzbeirat der Stadt. Mittlerweile ist Esel Herman zumindest inoffiziell geduldet - wohl auch dank seiner großen Popularität. Im Internet-Netzwerk Facebook kann „Esel Herman“ mittlerweile schon rund 500 Wetzlarer und Auswärtige seine Freunde nennen. Auch in der Altstadt ist der Verwaltungsakt um die Genehmigung von Herman immer noch Thema.

Inzwischen ist Herman zum Werbeträger für Wetzlar geworden. Nicht nur viele Besucher sprechen Gastwirt Jens Hoffmann auf seinen orangefarbenen Esel an, auch bei verschiedenen Veranstaltungen - ob Oktoberfest, ERF-Geburtstag oder Kalsmuntfest - ist Esel Herman gern gesehener Gast.

Jetzt haben die ersten Geschäftsleute das Esel-Motiv aufgegriffen und kreativ umgesetzt. Margot Urban-Jung von der Express-Schneiderei in der Silhöfertorstraße kam beim Lesen der Zeitungslektüre auf die Idee, etwas zur „Rettung“ von Herman zu unternehmen. „Ich habe daraufhin verschiedene Motive mit Herman entworfen, die wir auf Filz sticken“ berichtet sie. So gibt es den Slogan „I love Herman“ oder „Rettet Herman“ als Aufnäher. Natürlich alles in der Esel-Farbe Orange gehalten. Seit der Berichterstattung über den Esel habe sie schon einige für 4,80 Euro das Stück verkauft, erzählt sie - meist an Gäste es dem benachbarten „Café Vinyl“, wo Herman seine Heimat hat. Aber auch ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung habe schon zwei geholt, schmunzelt sie. Ob für die Akten des Ordnungsamtes und der Denkmalbehörde oder für den privaten Gebrauch, ist nicht bekannt.

Eine süße Idee hat Linda Gahn-Becker von der Wetzlarer Chocolaterie in der Gürtlergasse umgesetzt: Sie hat eine Form gefertigt und Esel Herman mit weißer Schokolade gegossen. Mit Carotin eingefärbt kommt er dem Original erstaunlich nahe (Foto). Schon zweimal hat sie nach der ersten Auflage nachproduziert, so hoch ist die Nachfrage. Das Stück kostet zwei Euro.

„Die Kunden freuen sich, wenn sie Herman im Schaufenster sehen - er ist mittlerweile ein positiver Werbeträger für die Stadt geworden“, berichtet die Schokoexpertin.


Beitrag von Ralph Menz, erschienen in der Wetzlarer Neuen Zeitung am 4. November 2009.

2 Kommentare:

Makepeace 76 hat gesagt…

Ein Esel zum Anbeißen...

Anonym hat gesagt…

Der Esel ist halt ein itteligentes, manchmal störrisches, aber auch geduldsames und auch ausdauerndes Sinnbild von vielem.
Esel Herman - das Symbol des Wetzlarer Aufstands der Bürger gegen Verwaltungschikanen und Geldverschwendung.

Auch zum verschenken an Freunde und Verwandete...Edelschokolade aus Wetzlar...

Wie sehen uns am 18.12.2009 16:00 mit Esel Herman auf dem Schillerplatz

Gruss Henri Becker
AG "Rettet den Arzt Not Ruf im Lahn Dill Kresi"

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